neues von Put!

neues von Put!

Seit meiner Op sind jetzt ein paar Wochen vergangen. Meine Zähne sind saniert worden oder besser nur die die mir geblieben sind. Es ist ein tolles Gefühl wieder etwas fressen zu können. Allerdings fresse ich natürlich nur das was ich wirklich mag, da ich es gewohnt bin nichts oder eher gar nichts zu bekommen suche ich es mir einfach aus. Ich kriege ja hier eh immer zig Verschiedenes, also warte ich bis es das gibt, was ich grad möchte, das dauert ja höchstens 20 min, dann hat Frauchen was gefunden, wonach mir grade ist (wenn ich grinsen könnte, würd ich´s tun, die sind schon blöd solche Menschen....)

put jagd- fb250Sowieso hab ich die hier alle im Griff, wenn ich anfange etwas zu bellen, rennt einer mit mir nach draußen oder kümmert sich sonst wie um mich, ha, war ganz leicht. Blöd ist nur, wenn mich niemand hört, ich kann zwar lauter, fast schreien wie ein Kind, nützt mir dann aber auch nichts und da ich es gewohnt bin eher nicht raus zu kommen, mach ich eben in die Wohnung. Ich kann da nichts für, irgendwas stimmt mit meiner Blase nicht. Da wird sich wohl nächste Woche drum gekümmert! Frauchen hat das erst gar nicht gemerkt, da ich immer alles fein säuberlich wieder auflecke. Als sie das bemerkt hat, hat sie wirklich weinen müssen, denn sie hat Recht mit ihrer Vermutung, dass ich, da wo ich vorher war, selten Flüssigkeit bekommen habe, also ist das für mich ganz normal!

Ansonsten kann ich euch sagen, bin ich top fit. Meine Fisteln im Mund sind zu, muss auch nicht mehr gespült werden, meine Flöhe und Milben gehören der Vergangenheit an, mein Tumor am After ist, dank guter Behandlung fast gar nicht mehr vorhanden. Mein Fell ist glänzend, meine Ohren sauber, alles in Allem bin ich wie neu!

Super ist auch, dass ich jetzt immer auf die großen Runden mit darf. Ich laufe gute 2 Stunden mit den Grauen durch den Wald, da freue ich mich immer richtig. Besonders spannend finde ich, wenn Frauchen mich an meine Freundin „tüddelt", dann zeig ich der mal, wo ich hin möchte! Ganz ohne Leine darf ich nicht laufen, Frauchen meint, ich würde weg laufen..... womit sie verdammt Recht hat (-; , ich gehöre doch nicht zum alten Eisen und möchte auch flitzen, was die Beine hergeben, aber leider finde ich ja nicht mehr zurück, so fit sind meine Sinne dann doch nicht mehr!

Da es ja grade viele Drückjagden gibt, darf ich oft mit, aber nicht mehr zum selber jagen, wie schade, nein ich darf nach getaner Arbeit mit zum Streckenplatz und mir angucken was die alles so erbeutet haben. Dieses Schicksal teile ich mit der Lenja, die darf auch nicht mehr mit. Frag mich nur warum, die ist doch wirklich nicht alt!?? Ist aber egal, so warte ich nicht alleine! Trotzdem ist es immer schön, meistens bekomme ich dann ganz frisches Futter, wovon Frauchen immer ganz viel mitbekommt und ich dann zu Hause noch ein paar Tage was von habe. Pscht: die anderen kriegen da nichts von!
Jetzt bin ich 5 Wochen hier und in meinem Leben hat sich so viel verändert, dass ich Euch das gar nicht alles erzählen kann.

Oh, jetzt hätte ich fast das Wichtigste vergessen: Ich hab noch ´ne neue Freundin, ratet wen! Richtig, die KATZE!!! Ich kann es selber nicht glauben, aber ich finde die doch ganz nett, würde auch bestimmt nicht schmecken, bäh hat die viel Fell! Sagt das aber bitte nicht weiter, meine ganzen Kollegen würden mich mobben....

put-henselerZum guten Schluss möchte ich von gestern berichten: Ich, der Herr Ka-Put-t, hab eine Einladung bekommen! Nach Dinslaken zu einer Frau, die ein Adventfest organisiert hat und sie für mich eine Spendendose aufgestellt hat. Da durfte ich natürlich nicht fehlen und alle sind mit mir, als Ehrengast, dahin gefahren. Wahnsinn, das war toll. Es gab ein großes Lagerfeuer, mit großem Suppentopf darüber, Kuchen, Glühwein, Kakao und allem was das Menschenherz begehrt. Alle Hunde durften frei laufen, was Josie natürlich direkt genutzt hat um Kuchen zu klauen... Sehr peinlich, aber nun musste sie wieder bei mir an die Leine. Jetzt fand ich natürlich gar nicht lustig, das alle an meiner Josie riechen wollten und nur mit ihr spielen wollten. Hab etwas rumgestänkert um mal klar zu machen, dass das meine Hündin ist. Außerdem konnte ich in der Dunkelheit schlecht sehen und die sahen alle so riesig aus.

Lenja hatte ganz schnell viele Kinder zum Spielen gefunden, Frauchen und Herrchen haben nette Menschen kennengelernt und konnten sich gut austauschen.

Ich habe viele Streicheleinheiten bekommen und ich war wirklich Mittelpunkt des Abends.
Die Bläser haben mir zu Ehren den „Hunderuf" geblasen und Frauchen hat noch ´ne kleine Rede halten müssen (oh man war die rot im Gesicht, war aber dunkel und nur ich hab´s gemerkt, hofft sie). Jedenfalls war sie sehr ergriffen von der Zuwendung für mich, hat kurz meine Geschichte erzählt und sich bei allen riesig bedankt. Sie hat ganze 360 Euro für mich bekommen! Das heißt ich bekomme bestimmt bald meinen Kastrationschip und ich kann vielleicht so etwas zunehmen.

Tolle Sache und nochmal ganz vielen Dank von uns allen an Frau Anne Henseler- Muthig, von der Kreisjägerschaft Duisburg, die erkannt hat wie nötig ich und Jägerhunde Unterstützung brauchen.

Es war ein toller gelungener Abend, da wir erst spät zu Hause waren, leg ich mich jetzt wieder hin, schlafe noch ´ne Runde und warte auf weitere tolle Dinge die in meinem Leben noch passieren.


Ich werde Euch berichten, bis dahin,

alles Liebe Euer Herr Ka-PUT-t

"Warum ein Hund aus dem Tierschutz

"Warum ein Hund aus dem Tierschutz

- noch dazu ein alter Hund?"... wurde ich gefragt.

Zu viele Hunde warten in Tierheimen und Pflegestellen auf ein neues Zuhause. Dass deren Kapazitäten oftmals ausgelastet sind, spricht für sich. Welpen und junge Hunde haben gute Vermittlungschancen, alte hingegen kaum. Sie gelten als nicht mehr so agil, altersbedingte Erkrankungen werden befürchtet, ebenso der frühe Verlust des neu gewonnenen Begleiters aufgrund der Lebenserwartung.

sugar text2Alles Sorgen, die uns betreffen. Aber denken wir dabei auch an die alten Hunde? Die nichts von diesen Bedenken wissen, die nichts für ihr Alter können und im Tierheim einer ungewissen Zukunft entgegensehen? Die nicht für sich selbst entscheiden, keinen Einfluss auf ihr Schicksal nehmen können, sondern auf die Gunst des Menschen angewiesen sind. Auch diese Hunde im Tierheim, bewusst abgegeben oder durch unglückliche Umstände dort gelandet, wurden einmal geliebt, haben ihre Treue und ihre Zuneigung dem Menschen entgegengebracht. Nun sitzen sie dort und warten, vielleicht die restliche Zeit ihres Lebens vergeblich.
Uns tun diese Hunde leid, dabei ist es doch an uns selbst zu handeln und einem Hund aus dem Tierschutz ein neues Zuhause zu geben.

Aufgrund meiner Gegebenheiten war es mir möglich, nach Kennenlernen und Sympathie auf beiden Seiten, dem über "Jägerhunde" vermittelten Weimaraner Sugar bei mir ein neues Zuhause zu geben.

Fernab von Großstadt, Lärm, Hektik, vielen Menschen und Hunden auf engem Raum, ruht er in sich selbst. Ein Tagesablauf, der ihm Sicherheit vermittelt, genug Bewegung und Beschäftigung in der freien Natur, kommen seinem Wesen entgegen. Rassetypisch wachsam, aber niemals von sich aus aggressiv gegenüber Mensch oder Tier.

Vom ersten Tag an fielen die Vorteile eines "alten" Hundes auf. Mit Alltagssituationen, als Beispiel Autofahren und alleine bleiben, vertraut, stubenrein und mein Inventar verschonend, war eine absolut problemlose Integration in den Alltag möglich. Alle Abläufe, die bei einem Welpen mit viel Geduld und Zeit noch erlernt werden müssen, waren bei diesem erwachsenen Hund bereits gefestigt. Die Eingewöhnungszeit war sehr kurz, nach ein paar Tagen war er mit dem gegebenen Alltag vertraut, hatte sich eingelebt und blühte positiv auf.

Meine arbeitsbedingte Abwesenheit wird für ein Schläfchen genutzt, eine Rundum-Beschäftigung freut ihn, wird aber nicht eingefordert wie bei einem Junghund. Dank der bereits vorhandenen und gefestigten korrekten und hervorragenden Grunderziehung mit Beherrschung der Kommandos können wir allen Situationen stress- und konfliktfrei begegnen, mit Stolz bewundere ich meinen treuen Begleiter, der meine Gedanken vorauszuahnen scheint und sich in jeder Lage vorbildlich verhält.sugar text1

Vielleicht aus Dankbarkeit oder Freude über sein neues Zuhause, er möchte immer alles richtig machen und gefallen. Mehr kann man sich von einem Hund nicht wünschen, für mich ist dieser "alte" Hund aus dem Tierschutz der perfekte Hund, genauso wie er ist. Bestimmt hat auch er seine "Macken", wie jedes Tier und jeder Mensch, aber sind es nicht gerade auch die Eigenschaften, die ein Individuum unvergleichbar und in seiner eigenen Art liebenswert machen?

Liebe Leser, über meine Erfahrungen mit einem alten Hund aus dem Tierschutz kann ich nur Positives berichten. Vielleicht kann Ihnen dieser Beitrag Anregung sein, sich ebenfalls einen Hund aus dem Tierschutz zu suchen. Mut machen, entgegen verbreiteter Vorurteile, einem Secondhand-Hund, auch einem alten Hund, eine Chance zu geben. Die Chance auf ein eigenes Zuhause, das ihm Sicherheit und Geborgenheit gibt, in dem er seine letzten Jahre angenehm und in Würde verbringen darf. Die Chance, für Sie der perfekte Hund sein zu dürfen.

sugar text4Nicht vergessen sollte man die Menschen, ohne die solch ein Zusammenfinden Mensch-Hund Gespann nicht möglich wäre. Ehrenamtliche Helfer aus dem Tierschutz, wie bei "Jägerhunde", oder Mitarbeiter in den Tierheimen, die sich mit ganzem Herzen und höchstem Engagement dafür einsetzen, für alle Hunde ein geeignetes Zuhause zu finden, die auch nach der Vermittlung mit Rat und Hilfe beiseite stehen.

Mein ganz besonderer Dank gilt Frau Franziska Hudde (Jägerhunde) und Herrn Kai Wagner (Jagd-in-Hattersheim.de), sowie Frau Trapp und den anderen guten Seelen aus dem Tierheim Berlin.

Silja Greiffenhagen und Sugar